Nein zur Initiative «Arbeit muss sich lohnen», weil sie am falschen Ort spart
7. Februar 2026
Leserbrief von Franziska Stenico, Grossrätin, Präsidentin Mitte Bezirk Muri
Die Initiative «Arbeit muss sich lohnen» klingt auf den ersten Blick gut. Doch im Kanton Aargau geht es nicht darum, dass Arbeit mehr geschätzt wird. Es geht darum, die Sozialhilfe massiv zu kürzen und zwar bei Menschen, die ohnehin kaum über die Runden kommen. Das ist keine Lösung, das ist Symbolpolitik auf dem Buckel der Schwächsten. Wer glaubt, dass man mit tieferen Sozialhilfegeldern Leute „motiviert“, der verkennt die Realität. Die meisten Betroffenen wollen arbeiten, finden aber keine Stelle, sind krank, alleinerziehend oder in einer schwierigen Lebenslage. Wenn man ihnen das Existenzminimum kürzt, landen sie nicht im Arbeitsmarkt, sondern in noch grösseren Problemen. Und wer zahlt am Schluss die Rechnung? Die Gemeinden. Denn wenn Menschen ihre Miete nicht mehr zahlen können, wenn Kinder in Armut aufwachsen oder wenn gesundheitliche Probleme zunehmen, steigen die Kosten für Gemeinden und Steuerzahlende erst recht. Die Initiative spart also nicht, sie verlagert Kosten, und zwar dorthin, wo sie am teuersten werden. Dazu kommt: Der Kanton Aargau hat bereits heute tiefe Sozialhilfesätze im schweizweiten Vergleich. Noch weiter zu kürzen, bringt keinen Nutzen, aber viel Schaden. Arbeit lohnt sich dann, wenn Löhne stimmen, wenn die Wirtschaft läuft und wenn Menschen Chancen haben, aber bestimmt nicht, wenn man ihnen das Existenzminimum wegnimmt. Darum sage ich klar: Nein zur Initiative «Arbeit muss sich lohnen». Sie löst kein Problem, schafft neue und belastet am Ende genau jene Gemeinden, die heute schon kämpfen müssen. Vernünftige Politik stärkt die Arbeitsplätze, sie schwächt nicht die Schwächsten.
