Es werden neue Ungerechtigkeiten geschaffen
29. Januar 2026
Leserbrief von Daniel Käppeli, Mitglied der Parteileitung Die Mitte Aargau
Die Darstellung, wonach die Alternativen zur Individualbesteuerung «teurer» seien, greift zu kurz. Wie korrekt festgehalten wird, hat das Bundesgericht bereits 1984 die steuerliche Mehrbelastung von Ehepaaren gegenüber Konkubinatspaaren als verfassungswidrig beurteilt. Seither sind über vier Jahrzehnte vergangen, ohne dass dieser verfassungswidrige Zustand auf Bundesebene behoben wurde.
Vor diesem Hintergrund ist nicht primär über die «Kosten» der Abschaffung der Heiratsstrafe zu diskutieren, sondern über das Ausmass einer jahrzehntelangen systematischen und verfassungswidrigen Mehrbelastung von Ehepaaren. Wenn Modelle, welche diese Ungleichbehandlung konsequent beseitigen, höhere Steuerausfälle zur Folge haben, ist das keine Überraschung – sondern die logische Konsequenz!
Dass die Modelle der Mitte und SVP Ehepaare stärker entlasten, zeigt, dass die Individualbesteuerung die vom Bundesgericht beanstandete Ungleichbehandlung nicht gänzlich beseitigt und sogar noch neue Ungerechtigkeiten schafft. Darum sage ich Nein zur Individualbesteuerung.
